Mittwoch Mittag Mit Nannette Kessler
- Mandy Kämpf
- 11. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
Im letzten Jahr traf ich mich mit Nannette Kessler. Zweimal. Weil das erste Mal nicht ausreichte, um alles zu besprechen. Weil wir das Gefühl hatten, noch mitten im Gespräch zu stecken. Aus zweimal wurde dreimal und der Beginn einer wunderbaren Verbindung. Seitdem überlege ich, wie ich unsere Themen in Worte fasse.
Denn Worte und die Kommunikation, die daraus entsteht, sind bei uns beiden ein großes Thema. Das Zusammenfassen von Gedanken in Sprache, die wirkt. Tief und nachhaltig. Wir beide sind Feinschmecker für Kommunikation und kosten vorher unsere Sätze ab, bevor wir sie servieren. Meistens jedenfalls. Mir passieren dennoch geschwätzige Fauxpas, wenn ich in Plauderlaune bin. Nannette hat daraus ihren Beruf gemacht. Oder vielmehr hat ihre Berufung an die Tür geklopft - und einmal hereingeschlüpft, ein Schild an die Tür gehängt:
Life & Business Coachin
Mentorin für Gründerinnen
Job- und Bewerbungscoachin
Was so salopp klingt, war ein Prozess, der in Nannettes Lebenszeit immer klarer und greifbarer wurde. Schließlich wird niemand als Coachin geboren. Als Industriekauffrau auch nicht, denn das ist ihr erlernter Beruf. Doch das ist fast aus einem anderen Leben, denn dazwischen liegen Stationen als Reiseleiterin für Mallorca, Gran Canaria und Kreta oder die Arbeit als Projektmanagerin im Export.

Wenn Nannette aus ihrem Leben erzählt, sprudeln farbenfrohe Bilder aus ihr heraus – aber auch einige Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Wie in jedem Leben ist die Frau mit den strahlenden Augen auch durch dunkle Täler gewandelt und dennoch blickt sie gerade auf diese Zeit mit einem wissenden Blick. Weil nichts im Leben umsonst scheint, wenn du deinen Blickwinkel wechselst. Was wie eine fade Platittüde klingt, ist erlebte Weisheit. Was manchem noch bitter schmeckt, ist der Rückblick auf Erfahrungen. Gerade deshalb ist Nannette nicht nur eine gute Zuhörerin, sie fühlt die Gespräche und versteht auch die Botschaft zwischen den Zeilen.
Und wenn ich heute auf ihrer Webseite lese:
»Ich habe irgendwie über die Jahre ganz vergessen, wer ICH bin. Und wo ich gerade stehe, weiß ich auch nicht so genau.«
Dann muss ich schmunzeln, denn in der Tat war das unbewusst mein Thema in einem unserer Treffen. Eine schöne Antwort darauf ist übrigens: »Wie möchte ich mich fühlen?«
Anstelle von: »Wer möchte ich sein.«
Aber mehr Spoiler gibt es nicht. Diesen Platz möchte ich Nannette überlassen, oder die Bühne über ihre Arbeit tiefgründiger zu erzählen und dich auf deiner Reise zu begleiten.
Unsere Wege kreuzten sich übrigens das erste Mal vor etwas mehr als zwei Jahren. Nannette besuchte das Frauenfrühstück im Felix, welches ich an diesem Tag illustrierend begleitete. Ich zeichnete die Frau mit den dunklen Haaren - und wie schon manchmal erlebt, begannen die Linien aus Stift und Pinsel, ein Eigenleben zu führen. Unter meinen Händen entstand ein Porträt von Nannette, das sie als jüngere Version zeigte. Ich weiß noch, wie sie lachte und meinte: »Das ist gerade mein Thema, mein jüngeres Ich. Jetzt habe ich es auch auf Papier. Danke dafür!«
Tatsächlich passiert mir das manchmal, dass ich male, was ich fühle. Nicht, was ich sehe. Das ist ziemlich crazy und mitunter bekommt mein Gegenüber dieses Bild nicht zu sehen. Weil es mir nicht zusteht, mit meinem Finger fremde Wunden zu berühren.
Diese Feinfühligkeit spüre ich auch bei Nannette. Ihre Höflichkeit, vorab anzuklopfen, ob sie ihre Gedanken aussprechen darf. Ob ich in diesem Moment ihre Wahrheit hören möchte und kann. Das schätze ich sehr. Wie auch ihren Glauben an das Universum oder auch Urvertrauen genannt. Denn:
Die Welt ist immer für dich. Es kommt nur darauf an, wie du auf sie blickst.
Danke, liebe Nannette, für dein Sein und die unfassbar schöne gemeinsame Zeit.
Hier findest du mehr zu Nannette:
Nächstes Mal erzähle ich hier über mein Mittagsdate mit Stella Vanessa Schur.



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